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Es gibt viele Wege sich mit Musik zu beschäftigen. Aber leider kann ein Mensch nicht alles können. Gerne würde ich z.B. Saxophon oder Cello spielen. Aber dies ist leider nicht der Fall und so bin ich auf einige wenige Instrumente beschränkt, die ich hier kurz vorstellen möchte.

Akkordeon

Klavier

Kirchenorgel

Elektronische Tasteninstrumente

Klassische Gitarre

Gesang - Popularmusik

Akkordeon

Wer denkt bei diesem Instrument, welches manchmal gar als Schifferklavier oder noch abfälliger als Quetschkommode bezeichnet wird, nicht als erstes an etwas fragwürdige Sendungen im Fernsehen. Wer dieses Bild vor Augen oder gar vor Ohren hat, sollte jetzt schleunigst umdenken, denn hier gibt es etwas Neues zu lernen.

EinzeltonakkordeonIch möchte hier nicht auf alle Einzelheiten der Geschichte und Möglichkeiten heutiger Akkordeons eingehen, da gibt es bereits interessante Seiten im Netz. Da aber die Fehlinformationen zu diesem Instrument sicherlich am weitesten verbreitet sind möchte ich hier doch etwas weiter ausholen.

Das Akkordeon als ernsthaftes Instrument führt sicherlich auch heute noch ein Schattendasein. Dies liegt zum einen an seiner verhältnismäßig kurzen Vergangenheit (Originale Kompositionen gibt es erst seid etwa 80 Jahren) und auch an der schlechten Publicity (s.o.). Doch spätestens seid der Entwicklung des Einzeltonakkordons, welches ein vollständiges polyphones (mehrstimmiges) Spiel mit beiden Händen erlaubt ist diese Nichtbeachtung ziemlich unbegründet. Auch der Klang empfehlenswerter Instrumente hat mit der Ohrattacke vermeintlicher Volksmusik nichts zu tun, sondern erinnert eher an ein Orgelpositiv oder an ein Harmonium.

Leider ist die Literaturauswahl brauchbarer Stücke auch heute noch relativ beschränkt, doch mittlerweile hat sich auch hier ein gewisses Repertoire entwickelt:

  • Kunstmusik des 20. Jahrhunderts in all seinen Farben - auch bekannte Komponisten wie z.B. Katzer, De La Motte, Ole Schmidt oder Sofia Gubaidulina haben mittlerweile Werke für dieses Instrument geschaffen
  • Postromantische Musik mit nationalem Gepräge - hier sind besonders die unzähligen russischen Kompositionen zu nennen, die eine ganz eigene Tradition haben und vom Spieler z.T. auch eine hohe technische wie musikalisch-Virtuosität abverlangen.
  • Übertragungen "klassischer Musik" - es gibt zahlreiche Stücke, die sich gut übertragen lassen. Hier sind besonders barocke Kompositionen zu nennen, da diese oftmals nicht auf einen bestimmten Klang ausgelegt waren. Aber auch in den anderen Epochen lassen sich zahlreiche Stücke entdecken, die sich gut umsetzten lassen. Andererseits sind z.B. Klavier-Kompositionen des 19. Jh. nur sehr eingeschränkt verwendbar, ohne dass man dem Stück ernsthaften Schaden zufügen würde. Dafür gibt es z.T. wunderbare Kompositionen für Orgel-manualiter und Harmonium, die sich sehr gut verwenden lassen.
  • Popularmusikbereich - hier gibt es von billig (darauf kann man auch verzichten) bis anspruchsvoll (z.B. Jazz) fast alles was das Herz oder die Finger begehren. Nur der eigentliche Pop- Rockbereich ist leider etwas wenig vertreten.
  • Kammermusik - hier findet man Stücke sämtlicher oben genannter Stilrichtungen, aber besonders die Originalkompositionen des 20. Jh. sind oft einzigartige musikalische Erlebnisse. Wer z.B. einmal Torbjörn Lundquist's Bewegungen für Akkordeon und Streichquartett gehört hat, wird wissen was ich meine. Daneben ist auch die Kombination einer kleinen Akkordeongruppe (Duo - Quintett) eine interessante Alternative zum oftmals klanglich etwas problematischen Akkordeonorchester.

Der einzige Nachteil dieses Instrumentes ist sein Preis. Da wird der unvoreingenommen Interessierte sicherlich erst einmal Schlucken müssen. Denn ein kleines Instrument für Kinder in brauchbarer Qualität kostet bereits zwischen 1000-2000 Euro und leider wächst dieses nicht mit, muss also irgendwann ausgetauscht werden. Hier sollte vielleicht der Gebrauchtmarkt über den Fachhandel günstigere Möglichkeiten auftun.

 

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Klavier:

KlavierZu diesem Instrument, mit welchem man sich eigentlich in sämtlichen Musikstilen (mit Ausnahme bestimmter

Popularmusik) austoben kann, braucht man sicherlich nicht viele Worte verlieren.

Interessant ist hier für den Anfänger höchstens der Preis. Doch auch da lässt sich nichts wirklich Verbindliches sagen. Ich gehöre jedoch zu den Lehrer, die ihren Schülern empfehlen, eher ein E-Piano guter Qualität (wie z.B. die CLP-Reihe von Yamaha) zu kaufen, als ihr Geld für ein klassisches Klavier minderer Qualität auszugeben. Brauchbare Klaviere schlagen da doch mit einigen Tausend Euro zu Buche. Andererseits kann man über den Fachhandel sicherlich auch das eine oder andere Schnäppchen machen. Wer sich allerdings traut ohne fachliche Beratung ein gebrauchtes Klavier zu erwerben (vom lieben Nachbarn), sollte damit rechnen, dass nicht absehbare Folgekosten auf ihn zu kommen können.

E-pianoWenn der preisliche Faktor keine Rolle spielt, fällt die Entscheidung, ob E-Piano oder klassisches Klavier schon nicht mehr ganz so leicht. Wer ein gutes Klavier hat oder sich leisten kann, kann sich glücklich schätzen, denn Tastatur und der echte Sound, den man nicht nur hören sondern auch spüren kann sind durch nichts zu ersetzen. Allerdings hat ein E-Piano für mich auch Vorteile, gerade im Popularmusik-Bereich, in dem ich viel arbeite. Zum einen sind dies die eigentlichen E-Piano-Sounds, die einen eigenen Charakter haben und eng mit modernen Musikstilen verwoben sind. Und zum anderen eröffnet die Möglichkeit Instrument und Computer mit einander zu kombinieren, ganz neue Wege in der Ausbildung.

Also ist die endgültige Frage, die man sich stellen muss, nicht nur die nach dem Preis, sondern auch die nach den eigenen Vorlieben und Zielen. Wer weiß, dass er sich hauptsächlich mit klassischer Musik beschäftigen möchte, hat allerdings keine Wahl - dann muss auch ein echtes Klavier her.

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Kirchenorgel

SakralorgelKirchenorgel ? Ja, Kirchenorgel. Auch diese Königen der Instrumente kann man kennen und spielen lernen. Meistens wird hiermit allerdings erst nach einigen Jahren Unterricht auf einem anderen Tasteninstrument begonnen. Ich kann mir allerdings auch gut vorstellen, dass ein interessierter Erwachsener oder Jugendlicher auch mit diesem Instrument beginnt, wenn er die Leidenschaft für dieses Instrument und seine Musik hat.

Ich bin natürlich auch gerne bereit dieses Instrument zu unterrichten, auch wenn bis jetzt noch niemand Interesse dafür zeigte. Allerdings schränke ich mich hier auch gleich wieder ein. Wer bei mir Unterricht hat, wird Fähigkeiten und Kenntnisse erwerben, die ausreichen, einen Gottesdienst in kleineren Gemeinden musikalisch zu gestalten und Choräle zu begleiten. Wen es aber zu höheren Gefilden der Orgelkunst treibt, sollte sich lieber an einen Kantor an größeren Kirchen wenden. Trotzdem helfe ich gerne über die ersten Jahre hinweg, denn gerade kleineren Kirchen mangelt es oft an Organisten und ich möchte gerne helfen diese Löcher zu stopfen. Wer dann vielleicht noch einen D- oder C-Schein hinten ran hängt, ist bald ein gefragter Mann oder eine gefragte Frau.

Aber muss ich da nicht immer in kalten Kirchen üben? Zum Glück ist das seid einigen Jahren nicht mehr notwendig. Denn spätestens seid der Entwicklung moderner Sampletechnik (hierbei werden echte Töne computertechnisch gespeichert und wiedergegeben) kann man guten Gewissens auf elektronische Sakralorgeln zurückgreifen. Und bei vielen Instrumenten sind sogar die Tastaturen mittlerweile ganz hoher Qualität (mit Holzbeschlag, mit Druckpunkt etc.) Natürlich gilt auch hier "nicht echt" ist "nicht echt", aber wer mal gesehen hat was in vielen Kapellen und kleineren Kirchen so als Orgel benutzt wird, für den sind diese Sakralorgeln in vielen Fällen der pure Luxus - ja auch klanglich ! (Sorry, liebe Orgelbauer, daran lässt sich nichts schön reden)

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Elektronische Tasteninstrumente:

KeyboardSeid einigen Jahrzehnten werden vor allem in der Popularmusik (aber nicht nur dort)

Tasteninstrumente (z.B. Keyboards) verwendet, deren Tonerzeugung auf elektronischem Wege geschieht. Und mittlerweile haben sich diese Instrumente, nicht zu letzt wegen ihrer immer weiter wachsenden Tonqualität, im Musikgeschehen etabliert.

Mit Ausnahme des E-Pianos (s.o) sollten diese Instrumente allerdings nicht als günstiger Ersatz für ein Klavier verstanden werden. Das Motto "Naja, erst einmal Keyboard, denn damit lernt man ja auch Klavierspielen" ist ein fataler Irrtum. Gerade bei Kindern, deren Hand sich ja noch am Stärksten entwickeln muss, sind hier oftmals große Defizite fest zu stellen. Dies liegt vor allem an der oftmals schlechten Qualität der Tastaturen besonders im Einsteigerbereich. Teurere Instrumente sind da oftmals besser, aber ideal sind sie eigentlich nie. Natürlich versuche ich dem so gut es geht entgegen zu wirken, aber Einschränkungen müssen trotzdem in Kauf genommen werden. Deshalb gilt: "Wer Keyboard lernen möchte, sollte das tun; aber wer Klavier lernen möchte, sollte sich auch ein entsprechendes Instrument leisten".

Zum Keyboard-Unterricht gehört für mich noch stärker als bei den anderen Instrumenten das nötige Know-how im Umgang mit Musiktechnik und Computer. Hierfür ist dieses Instrument ideal. Die oftmals eingebauten Begleitautomatiken bieten viel, werden von mir aber erst eingesetzt, wenn ein gewisses Hintergrundwissen über das was da geschieht vorhanden ist. Am Anfang steht hier jedoch erst einmal das polyphone Spiel.

Wer sich für ein geeignetes Keyboard interessiert, sollte sich wirklich fachlich beraten lassen. Denn gerade auf diesem Gebiet, gibt es ziemlich viel unbrauchbaren Plunder. Auch wenn die Preise verlockend sind - und die können ja soooooo viel !

Eine Anmerkung möchte ich noch zu einem Instrument dieser Gattung machen, nämlich der Elektronischen Heimorgel. Dieses Instrument, welches oftmals noch bei Schülern herum steht, weil es mal irgendwann (vor allem in den 70er und 80er-Jahren) von den Eltern oder Großeltern angeschafft wurde, halte ich für recht unbrauchbar. Moderne Modelle mögen da mehr bieten, aber gerade diese alten Wohnzimmer-Schmuckstücke mit ihren Stummelpedalen sind weder bessere Keyboards noch schlechte Orgel. Hier hört meine eigene Bereitschaft auf. Wer hingegen eine Hammond B3 oder Ähnliches zu Hause stehen hat, vergesse das eben gesagte wieder :-)

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Klassische Gitarre:

GitarreKlassische Gitarre ? - bedeutet das etwa, auf diesem Instrument lässt sich nur "klassische" Literatur spielen. Ein klares

Nein. Damit wird vielmehr eine Abgrenzung zur E-Gitarre gezogen. Und dieses Instrument, welches ich wirklich schätze, beherrsche ich leider nicht in annehmbarer Qualität. Bei der klassischen Gitarre handelt sich um ein beinahe so vielseitiges Instrument, wie das Klavier. Und das schöne dabei ist - es ist tragbar.

Wem es allerdings nur um einfache Liedbegleitung geht, die er oder sie in möglichst kurzer erlernen möchte, sollte sich vielleicht eher mal an den örtlichen Volkshochschulen umsehen. Dort werden solche Gitarrenkurse ja häufig angeboten. Ich selber komme sowohl als Lernender als auch als Lehrer mit diesen Schnell-Lernkursen, die sicherlich ihre Berechtigung haben, nicht so gut zurecht. Das Hauptproblem ist da für mich die Gruppengröße, die ein Eingehen auf individuelle Stärken und Schwächen nicht ermöglicht.

Wer bei mir Gitarrenunterricht bekommt, lernt das Instrument aber erst einmal von einer ganz anderen Seite kennen. Angefangen beim Melodiespiel lassen sich bald auch mehrstimmige Stücke spielen, die zeigen, dass das Instrument vielmehr als eine Bereicherung für gemeinschaftliche Singen am Lagerfeuer ist (macht aber auch Spaß!)

Auch wenn es Meistergitarren gibt, die mit mehreren Tausend Euro zu Buche schlagen können, so kann man hier doch mittlerweile auch schon sehr brauchbare Gitarren erwerben, die nur einige hundert Euro kosten. Also auch preislich ein gutes Instrument. Beachten sollte man allerdings, dass es spezielle Gitarren für kleinere und größere Kinder gibt, die der Körpergröße angepasst sind. Aber Achtung - das sind keine Spielzeug-Gitarren wie sie manchmal in Katalogen von Versands- oder Kaffeefirmen angeboten werden. Lasst die Finger von solchen Instrumenten, es sei denn Junior braucht das Gerät nur um Jimi Hendrix szenisch zu imitieren.

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Gesang - Popularmusik

MikrophonAuch wenn ich selber eine klassische Gesangausbildung erhalten habe, so fühle ich mich singend doch "nur" in der Popularmusik heimisch. Vom Schlager der 20er Jahre, über den leichten Jazz, die legendären Oldies und die aktuelle Pop- und Rockmusik bis hin zum Musical reicht das Repertoire, welches ich mit meinen Schülern erarbeite. Nur an den Rap traue ich mich nicht heran. Aber den lernt man wohl eh am Besten auf der Straße.

Trotz dieser musikalischen Ausrichtung versuche ich Gesangstechniken und das nötige Hintergrundwissen zu vermitteln, damit die Stimme auch ein Leben lang hält. Wer gerne so singen möchte wie Joe Cocker (den ich sehr schätze) oder ähnliche Stars, sollte sich lieber gleich einen HNO-Arzt als Freund anlachen.

Aber im Ernst, die Stimme ist für mich das stärkste musikalische Ausdrucksmittel dessen wir uns bedienen können. Und zugleich auch das Instrument, bei dem wir am meisten falsch machen können. Dabei ist uns dieses doch allen in die Wiege gelegt Nur den Umgang damit haben wir oft schon früh verlernt. Wunderbar zu sehen bei den herrlichen Castings aktueller Fernsehshows.

Wer allerdings Singen lernen möchte, um irgendwann so zu klingen wie ......., der sollte es lieber gleich sein lassen. Wir haben alle eine ganz eigene Stimme, mit individuellen Stärken und Schwächen, und darauf sollte jeder stolz sein.

Preislich gesehen ist die Stimme sicherlich das günstigste Instrument. Das haben wir nämlich schon zur Geburt geschenkt bekommen. Später kommt vielleicht noch eine Gesanganlage hinzu, denn auch der Umgang mit dem Mikrophon will gelernt sein. Aber das war's dann auch schon.

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